HISTORIE

Allgemeine Informationen

Der Florinsmarkt verdankt seinen Namen der Florinskirche, die neben dem „Alten Kauf- und Danzhaus”, dem Schöffenhaus und dem Bürresheimer Hof nur eines der sehenswerten Bauwerke ist, die den Platz umgeben. Seit 2002 ist das gesamte Gebäudeensemble Teil des UNESCO – Welterbes Oberes Mittelrheintal. Im September 2013 hat eine hierzu gegründete Gesellschaft unter dem ideellen Dach der GÖRLITZ Stiftung alle städtischen Gebäude rund um den Platz erworben.

Das Gebäudeensemble befindet sich in der Koblenzer Altstadt, welche das Urzentrum der Stadt bildet und das Siedlungsgebiet von der römischen Gründung 9 v. Chr. bis heute umfasst. Die Großstadt Koblenz mit ihren rund 110.000 Einwohnern umfasst viele, bis 1970 eingemeindeten, Ortschaften in der nahen Umgebung. Im Zweiten Weltkrieg total zerstört, wurde die Altstadt in den Folgejahren wiederaufgebaut. Heute lockt diese, seit 2002 als Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal, mit historischem Charakter durch ihre liebevoll restaurierten Gebäude.

 

 

Der Bürresheimer Hof

Der Bürresheimer Hof platziert sich prominent an der Westseite des Florinshofs in der Altstadt von Koblenz. 1659/60 nach Entwürfen des Linzer Kapuzinerpaters Bonitius gebaut, diente das Haupthaus des ehemaligen Adelshofs von 1847/48 bis 1938 als Synagoge der jüdischen Gemeinde. Bis 2013 waren die Jugend- und Musikbücherei der Koblenzer Stadtbibliothek sowie die Studiobühne des Koblenzer Stadttheaters dort ansässig. Nach Fertigstellung des Forums Confluentes 2013 zogen Stadtbibliothek sowie das Mittelrhein-Museum in das neue Kulturgebäude auf dem Zentralplatz. Nach der Zerstörung des Hauptgebäudes 1688 im Pfälzischen Erbfolgekrieg, erfolgte der Wiederaufbau bereits 1691 – 1696 durch den deutschen Architekten und Hofbaumeister Johann Christoph Sebastiani. Im 18. Jahrhundert wurde nach Plänen des Baumeisters Nikolaus Lauxen an das Hauptgebäude der Galeriebau zur Moselseite hin angebaut. Die jüdische Gemeinde fand ihren Platz bis zur Zerstörung der Inneneinrichtung anlässlich der Reichspogromnacht im November 1938 im Haupthaus des Bürresheimer Hofs. Im zweiten Weltkrieg 1944 wurde nahezu der gesamte Gebäudekomplex zerstört. Die Rekonstruktion der Fassade fand erst im Jahre 1955/56 statt. Im Gegensatz zu dem ehemaligen spätbarocken Galeriebau, wurde unter Anderem der westliche Erweiterungsbau lediglich vereinfacht wiederhergestellt. Namensgeber des denkmalgeschützten Baus waren die Freiherren zu Breitbach-Bürresheim.

Das Alte Kaufhaus

Das im spätgotischen Stil errichtete „Alte Kauf- und Danzhaus“ wurde von 1419 bis 1425, über die mittelalterliche Koblenzer Stadtmauer zur Mosel ragend, erbaut. Es beherbergte von 1674 bis 1794 im Obergeschoss das Rathaus der Stadt. Wohingegen bis 1866 dem Erdgeschoss und dem Gewölbekeller lediglich eine Funktion als Stapel- und Lagerfläche zukam. 1675 erfolgte ein Umbau mit Errichtung eines ersten Uhrenturms. Das „Alte Kauf- und Danzhaus” erlitt im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 verheerende Beschädigungen. Nach Plänen des kurtrierischen Hofbaumeisters Johann Georg Judas sowie Philipp Honorius von Ravensteyn erfolgten 1724 – im barocken Stil gehaltene – Wiederaufbau- und Umbaumaßnahmen. Im Zuge dessen wurde am dreistöckigen Mittelturm der sogenannte „Augenroller“ angebracht. Dieser gilt als Erinnerung an den 1536 hingerichteten Raubritter Johann Lutter von Kobern. Nach einem Vorläufer des heutigen Eichendorff-Gymnasiums wurde 1908 die Sammlung des Kunstgewerbe- und Altertumsvereins im Erdgeschoss ausgestellt. Wie auch der Bürresheimer Hof wurde das „„Alte Kauf- und Danzhaus” im zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte von 1961 bis 1965 nach Plänen des Trierer Baurats Heinrich Otto Vogel (1898-1994) mit einer veränderten Innenraumeinteilung. Von 1965 bis 2013 fand hier das Mittelrhein-Museum seinen Platz.

Die zum Florinsmarkt gerichtete Traufseite des „Alte Kauf- und Danzhaus” weist fünf Achsen auf und ist zweigeschossig. Die Giebelseite des Baus hingegen zeichnet sich durch drei Achsen aus. Bedingt durch den beträchtlichen Höhenunterschied erfährt das Gebäude zur Mosel hin eine Teilunterkellerung. Trotz der 1724 eingeleiteten barocken Umbaumaßnahmen blieb ein Teil des spätgotischen Charakters, an der zum Peter-Altmeier-Ufer blickenden Fassade, erhalten – auch zukünftig wird das äußere Erscheinungsbild durch die zwei polygonalen Erkertürmchen mit Glockendächern geprägt sein. Darüber hinaus präsentiert sich das „Alte Kauf- und Danzhaus” mit einem Mansardenwalmdach und Dachgauben sowie dem mittig in der Symmetrieachse gelegenen Uhrenturm (zum Florinsmarkt gerichtet). Der Keller hat fünf rekonstruierte Kreuzgratgewölbe, die im Süden auf der römisch-fränkischen Stadtmauer aufsitzen.

Das Schöffenhaus

​Das unter Denkmalschutz stehende, spätgotische Schöffenhaus wurde von 1528 bis 1530 erbaut und war Sitz des kurtrierischen Schöffengerichts für die Stadt Koblenz. Das Gebäude wurde unter Kurfürst Richard von Greiffenklau zu Vollrads direkt neben dem „Alten Kauf- und Danzhaus” errichtet und entstand oberhalb an der römisch-fränkischen Stadtmauer. Es spiegelt mit seinen Erkertürmchen den wehrhaften Charakter eines Stadttores wider. Ab Beginn der französischen Zeit (1794–1814) unterlag das Schöffenhaus diverser Nutzungen, wie beispielsweise dem Friedensgericht und beherbergte bis 1919 – wie auch das „Alten Kauf- und Danzhaus” – die Sammlung des Kunstgewerbe- und Altertumsvereins.  Genau wie der Bürresheimer Hof wurde das „Alten Kauf- und Danzhaus” im zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte von 1961 bis 1965 nach Plänen des Trierer Baurats Heinrich Otto Vogel (1898–1994) mit einer veränderten Innenraumeinteilung. Von 1965 bis 2013 fand hier das Mittelrhein-Museum seinen Platz.  Nach der Zerstörung im zweiten Weltkrieg und Wiederaufbau 1962 bis 1965 nach Plänen des Trierer Baurats Heinrich Otto Vogel wurde das Schöffenhaus zuletzt von der Stadt Koblenz als Teil des Mittelrhein-Museums genutzt.

Das ehemalige Schöffenhaus weist zwei schmale zweiachsige Fronten auf mit über den Ecken befindlichen, gestaltprägenden Ecktürmchen. Die vier achteckigen, sich über zwei Geschosse erstreckenden Erker schließen mit Glockendächern ab. Das Obergeschoss zieren gotisch anmutende Kreuzstockfenster mit Basaltrahmen und Bleiverglasungen.  Der zur Mosel gerichtete Erker im Erdgeschoss des Gebäudes wurde nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg rekonstruiert. Dieser trägt neben der Jahreszahl 1530 das Wappen des Trierer Baurats und Kurfürsten Heinrich Otto Vogel, nach dessen Plänen das Schöffenhaus wiedererrichtet wurde. Das Sterngewölbe im Erdgeschoss wurde beim Wiederaufbau im Stil der Spätgotik nachgebildet.