ALTES KAUFHAUS
MUSEUM, VERANSTALTUNGEN UND HOTEL –
VON LERNEN BIS LEBEN

OBJEKTNUTZUNG NACH SANIERUNG

Das Alte Kaufhaus stellt nach seiner Umnutzung die zentralen Räumlichkeiten für die Arbeit des ISSO- Instituts zur Verfügung. In Zukunft wird neben diversen Veranstaltungsflächen, welche der freien Vermietung unterliegen, ebenfalls dem Hotel angeschlossene Appartements beherbergen. Ebenso wie im Bürresheimer Hof ist ein sich entwickelnder Synergieeffekt zwischen dem Gastronomie- und Hotelbetrieb und beispielsweise dem großen Saal denkbar. Für die involvierten Hochschulen derUmgebung stehen unterschiedlichste Hörsäle und Workshop-Räume für eine interdisziplinäre Forschung im Bereich des zukunftsfähigen Wirtschaftens bereit.

Für jeden Anlass entstehen eindrucksvolle, atmosphärische Räumlichkeiten, welche durch reversible Wände beliebig zusammenschalt- sowie teilbar sind. Der große Veranstaltungssaal im Erdgeschoss verfügt darüber hinaus über eine Bühne für unterschiedlichste Nutzungsmöglichkeiten sowie einem kleinen Barbereich.

Die interne Erschließungssituation des Alten Kaufhauses wird durch Einbau eines neuen Treppenraumes derart geändert, dass ein durchgehender abgeschlossener Treppenraum entsteht, in dem auf den Hauptgeschossebenen und auf Zwischengeschossen die notwendige Anzahl an sanitären Anlagen für eine neue Veranstaltungs- und Seminarnutzung untergebracht werden können.

Der neue Treppenraum stellt neben einer barrierefreien Erschließung über die neue integrierte Aufzugsanlage den 2. Rettungsweg für die neuen Nutzungen sicher und verbindet die beiden Gebäude – Bürresheimer Hof und Altes Kaufhaus – miteinander.

Das Ensemble am Florinsmarkt soll über alle Gebäude hinweg ein Kulturgebäude und Hotel werden. Das ISSO-Institut plant hier Veranstaltungen rund um seine inhaltlichen Schwerpunkte. Für die Hochschulen kann sich eine öffentlichkeitswirksame Präsenz im Stadtkern ergeben. Für die Stadt Koblenz kann, nicht zuletzt durch den einzigartigen Gastronomie- und Hotelbetrieb ein weiterer Baustein in der überregionalen Wahrnehmung.

GEBÄUDEBESCHREIBUNG

Das im spätgotischen Stil errichtete „Alte Kauf- und Danzhaus“ wurde von 1419 bis 1425, über die mittelalterliche Koblenzer Stadtmauer zur Mosel ragend, erbaut. Es beherbergte von 1674 bis 1794 im Obergeschoss das Rathaus der Stadt. Wohingegen bis 1866 dem Erdgeschoss und dem Gewölbekeller lediglich eine Funktion als Stapel- und Lagerfläche zukam. 1675 erfolgte ein Umbau mit Errichtung eines ersten Uhrenturms. Das Alte Kaufhaus erlitt im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 verheerende Beschädigungen. Nach Plänen des kurtrierischen Hofbaumeisters Johann Georg Judas sowie Philipp Honorius von Ravensteyn erfolgten 1724 – im barocken Stil gehaltene – Wiederaufbau- und Umbaumaßnahmen. Im Zuge dessen wurde am dreistöckigen Mittelturm der sogenannte „Augenroller“ angebracht. Dieser gilt als Erinnerung an den 1536 hingerichteten Raubritter Johann Lutter von Kobern. Nach einem Vorläufer des heutigen Eichendorff-Gymnasiums wurde 1908 die Sammlung des Kunstgewerbe- und Altertumsvereins im Erdgeschoss ausgestellt.

Wie auch der Bürresheimer Hof wurde das Alte Kaufhaus im zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte von 1961 bis 1965 nach Plänen des Trierer Baurats Heinrich Otto Vogel (1898–1994) mit einer veränderten Innenraumeinteilung. Von 1965 bis 2013 fand hier das Mittelrhein-Museum seinen Platz.

Nach Fertigstellung des Forums Confluentes 2013 zogen Stadtbibliothek sowie das Mittelrhein- Museum in das neue Kulturgebäude auf dem Zentralplatz. Noch im gleichen Jahr verkaufte die Stadt Koblenz den Bürresheimer Hof gemeinsam mit dem Alten Kaufhaus, dem Dreikönigenhaus und dem Schöffenhaus an ISSOflorinsmarkt GmbH & Co. KG.

Eckdaten:

 

Anschrift

Florinsmarkt 15, 56068 Koblenz

Objektnutzung Museum, Gastronomie, Veranstaltungs- und Seminarräume, Hotel
Baujahr 1419-25 – spätgotischer Bau
1724 – barocker Umbau
Letztes Sanierung  2014 – voraussichtlich 2016/17
Gesamtfläche ca. 1.600 m2
Anzahl der Geschosse  4 Vollgeschosse + Kellergeschoss
Einzug der Nutzer voraussichtlich 2016/17
ARCHITEKTUR

Die zum Florinsmarkt gerichtete Traufseite des Alten Kaufhauses weist fünf Achsen auf und ist zweigeschossig. Die Giebelseite des Baus hingegen zeichnet sich durch drei Achsen aus. Bedingt durch den beträchtlichen Höhenunterschied erfährt das Gebäude zur Mosel hin eine Teilunterkellerung. Trotz der 1724 eingeleiteten barocken Umbaumaßnahmen blieb ein Teil des spätgotischen Charakters, an der zum Peter-Altmeier-Ufer blickenden Fassade, erhalten – auch zukünftig wird das äußere Erscheinungsbild durch die zwei polygonalen Erkertürmchen mit Glockendächern geprägt sein. Darüber hinaus präsentiert sich das Alte Kaufhaus mit einem Mansardenwalmdach und Dachgauben sowie dem mittig in der Symmetrieachse gelegenen Uhrenturm (zum Florinsmarkt gerichtet). Der Keller hat fünf rekonstruierte Kreuzgratgewölbe, die im Süden auf der römisch-fränkischen Stadtmauer aufsitzen.

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